Circa 1 Stunde (20km) braucht man mit dem Bus von Hualien zum Eingang der Taroko Schlucht. Dort dann die Abfahrtszeiten in die Schlucht zu eruieren, ist wahrlich nicht so einfach. Wir schafften es und fuhren zuerst zum „Tunnel of Nine Turns Trail“. Dieser ist erst seit kurzem wieder geöffnet worden. Voll touristisch, von einem Naturtrail weit entfernt ! Die Landschaft trotzdem sehr schön. Wir waren in 30 Minuten wieder retour.
Tunnels of Nine Turns Trail
Tunnels of Nine Turns Trail
Der nächste Bus wäre lt. Fahrplan erst in einer Stunde gekommen. Wir entschieden uns zu Fuß der Straße zu folgen. Nach 30 Minuten waren wir an der „Cimu Bridge“. Nach weiteren 10 Minuten beim „Jiuewang Pavilion“ mit seiner schönen Hängebrücke über den Fluss. Mittels Handzeichen stoppten wir einen öffentlichen Bus, der uns dann bis zum Ende der Schlucht nach Tianxiang.
Hängebrücke beim Jiuewang Pavilion
In Tianxiang absolvierten wir den 4.2 km langen „Baiyang Trail“. Auch wieder sehr touristisch aber auch sehr schön.
Bayang Trail
Curtain of water
90 Minuten zurück nach Hualien wo wir am Dongdamen Night Market zu Nachtmahl essen wollten. Leider stellte sich heraus, dass dieser eher nicht dafür ausgelegt war. Wir fuhren mit einem Taxi zu unserer Unterkunft , speisten grausig und verzerrten dann doch noch einen guten Kaffee mit Torte. Das wars für heute.
Aufgrund des starken Regens, machte ich mich schon am Vormittag auf den Weg nach Hualien. Mit dem Bus nach Rueifang. Dort weiter mit dem Zug nach Hualien. Saubere Züge mit viel Beinfreiheit. Dauer 2:45 um € 6. Bezog das Quartier, ging etwas trinken und wartete auf meinen Freund Alf der heute aus Deutschland anreist. Ich holte ihn brav um 18:35 vom Bahnhof ab. Wir gingen zu Mr. Goose essen und dann brav schlafen. Alf war doch schon 24 Stunden unterwegs.
Hualien: Trotz starken Regens standen die Leute schon am Vormittag an um in die Stadt zu gelangen
Rueifang
Einfach Alf
Unterkunft:Romantic Time; schöne Unterkunft ohne Frühstück; wir nahmen ein 4 Bettzimmer, da die nur um € 20 für 3 Nächte teurer ist. Preis: € 147 für 3 Nächte.
Ob bei einer Bank Währungsumwechslung günstiger ist, wird sich noch herausstellen. Definitiv schneller ist es nicht. Für $ 300 brauchte ich, unter teilweiser Verwendung von 3 Angestellten, 30 Minuten. Der Google Übersetzer ist dabei wirklich zu empfehlen.
Danach ging’s unter Verwendung von Google Maps (Google ist auf Reisen fast unumgänglich) nach Jiufen an die Küste. Google liefert exakt genaue Verkehrsmittel, Umsteigestationen, Zeit … Es bedingt aber trotzdem einiger Initiative, da die realen Stationen nur in chinesischer Schrift angeschrieben sind.
2 Stunden später erreichte ich das Bergdorf Jiufen im Nordwesten von Taiwan. Während der Anfänge der Qing-Dynastie bestand der Ort aus neun Haushalten. Versorgungslieferungen kamen über den Seeweg, von denen der Ort jeweils „neun Teile“ anforderte. Jiufen (auf Chinesisch „neun Teile“) wurde somit später zum Namen des Ortes.
Jiufen war bis 1893, als Gold in seiner Nähe entdeckt wurde, ein abgeschiedener Ort. Der anschließende Goldrausch ließ den Ort schnell zu einer Stadt anwachsen und erreichte seinen Höhepunkt unter der japanischen Herrschaft.
Ausblick von meinem Hostel auf das Ostchinesische MeerDie direkte Stiege durch die Stadt
Es war so voller Touristen, dass ich ins benachtbarte Dorf Jinguashi flüchtete und den Gold Ecological Park besichtigte. Dieser Park informiert über die Geschichte des Bergbaus und den Goldrausch; u. a. kann ein echter Bergwerksstollen besichtigt werden. Sqehenswert !!
220 kg Goldbarren mit dem aktuellen Preis
Danach wollte ich noch den „Goldenen Wasserfall“ und die „Yinyang-Bucht“, die vom mineralhaltigen Bergwasser gelb eingefärbt werden, anschauen. Leider fing es stark zu regnen an und ich fuhr mit dem Bus zurück nach Jiufen. Dort staute ich mich durch die Massen bis in meine Unterkunft am Anfang der Stiege.
Unterkunft:My Story Inn Jiufen; Hostel, Mehrbettzimmer, super Lage, Ausblick von den Betten auf die Bucht sh. oben, Preis: €
Inmitten des „Luzhou Night Market“ zwischen Häusern versteckt, befindet sich der sehr imposante Yonglian Tempel. Es sei nur erwähnt, dass der erwähnte Nightmarket natürlich auch untertags voll von quirligen Leben ist, wo man eine gigantische kulinarische Auswahl hat.
Yonglian Tempel quasi gleich ums Eck von meiner Unterkunft
Ausblick am Markt
Rausblick aus dem Tempel
Nach diesen Eindrücken erholte ich mich dann im Da-an Forest Park. Ein netter Park mit vielen Einheimischen Ausflüglern am Sonntag.
Da-an Park
Die dritte und letzte Station war Ximeding. Es ein internationales Vergnügungsviertel und gilt als beliebtes Ziel bei Touristen, vor allem bei jüngeren Reisenden nach Taipeh. In Ximending gab es seit den späten 1990er Jahren die erste Fußgängerzone von Taipeh. Erinnert ein bisschen an den Time Square. Auf jedenfall finden sich dort am Sonntag die meisten Einwohner ein.
Bo Pi Liao: Alter Straßenzug in Taipei Hier hat die Stadtregierung von Taipei einen Straßenblock aufgekauft, um sein historisches Ambiente zu erhalten. Die Gebäude sind 100 bis über 200 Jahre alt, aus der Qing Dynastie, Republikzeit und aus der japanischen Besatzungszeit. Man kann die alten Gebäude von innen und außen betrachten, in einer kleinen Ausstellung auch alte Stadtpläne, Briefmarken, Fotos etc. Kein Muss !!!
Bo Pi Liao
Nationale Chiang-Kai-Shek Gedächtnishalle: Es wurde im Andenken an Chiang Kai-Shek, den ehemaligen Präsidenten und Befehlshaber der Republik China errichtet und inmitten der gigantischen Halle trohnt eine überdimensional große Statue des Mannes. Das Monument ist von einem Park umgeben und steht am Ostende eines von der Nationalen Theaterhalle und der Nationalen Konzerthalle flankierten Platzes.
Chiang Kai Shek Gedächtnishalle
Nationales Theater
Eingang
Eine Parade, die ein bisschen an unsere Regenbogenparade erinnert, war für Schwule, Lesben, Hong Kong und weiteres für mich unlesbar, gedacht. Da es um disziplinierte, reservierte und höfliche Asiaten handelt, sind die Kostüme nicht so ausgelassen wie bei uns in Wien.
Für das im TripAdvisor beschriebene „Christmasland in New Taipeh City“ dürfte ich zu früh dort gewesen sein. Sind ja doch noch 2 Monate bis Weihnachten. Dabei dachte ich mir, gehst erst hin wenn es dunkel ist. Es war sehr dunkel bis auf einen schwach beleuchtenden, künstlichen Weihnachtsbaum. Der Kauf von Schuhen im großem gegenüberliegenden Kaufhaus ließ mich mein Weihnachtserlebnis ein bisschen vergessen.
Wegen Nebels in Frankfurt flogen wir 30 Minuten später von Wien ab. In Frankfurt musste ich dann noch das Terminal mit einem Skytrain wechseln, die Boardkarte besorgen und durch den Security Check. Es ging sich zum Glück alles aus, wenn auch am Anfang mit Dauerlauf, den es aber nicht gebraucht hätte. Im Flugzeug konnte ich Gottseidank meinen Sitzplatz beim Notaustieg mit einem Fensterplatz tauschen. Um 06:00 landeten wir nach einem ruhigen Flug pünktlich in Taipeh.
Am Flughafen TWD (Taiwan Dollar) 2988 für $ 100 gewechselt. TWD 100 = ~ € 3,00. Eine Easycard um € 16 gekauft (TWD 100 waren gratis). Das geniale an dieser Easycard aber ist, dass du in Taipeh, beziehungsweise eigentlich in ganz Taiwan, mit dem kleinen Ding die U-Bahn, die Busse, die Taxis, selbst Fernverkehrszüge und Einkäufe in unzähligen Shops und Supermärkten bezahlen kannst. Einfach dran halten und schwupps, ist der Betrag beglichen. Überschüssiges Guthaben kann man sich am Ende der Reise auch wieder auszahlen lassen, die kleine Karte ist also eine Allzweckwaffe. Wie genial ist das denn? Also am besten gleich nach der Ankunft im Flughafen eine Karte besorgen, aufladen und losfahren. Auf den öffentlichen Nahverkehr gibtʼs obendrauf bei Fahrten mit der Easycard 20% Discount. Eine absolute Hammerlösung für ganz Taiwan!
Nachdem ich meine Unterkunft bezogen hatte, ging es dann auch schon los mit der Stadtbesichtigung.
Taipeh 101.Er war von 2004-2007 der höchste Wolkenkratzer der Welt (ohne Antennen oder Masten). 101 Stockwerke!! Eine gute Gelegenheit, den Turm zu sehen und den Blick über die Stadt schweifen zu lassen, bietet sich auf dem Elephant Mountain (Xiangshan). Knapp 183 Meter (1,5km) geht es hoch und auf der Spitze angekommen findet sich der eine oder andere Fotospot.
Wieder mit der U-Bahn und der phänomenalen Easycard ging’s dann zum Longshan Tempel der inmitten hässlicher Hochhäuser liegt. Es wird viel gebetet und geopfert. Was mit all den Sachen geschieht, wäre schon interessant.
Weiter mit der U-Bahn zur Taipeh Main Station. War nicht sehr aufregend. Wollte dort eine 15 tägige SIM Karte kaufen. Bei 2 Anbietern zu teuer. Hätte ich doch schon am Flughafen kaufen sollen!
Ging dann zu Fuß zum Syntrend-Kaufhaus, wo viel Elektronik angeboten wird. Dort kaufte ich mir auch dann meine Sim Karte. € 21 für 15 Tage, unlimitiertes Datenvolumen und einiges an Gesprächsguthaben. 2 Ausweise sind notwendig.
Der Night Market bei meiner Unterkunft war gerade richtig für eine Nudelsuppe mit Schwein (glaube ich 🙄) und ein gebackenes Hendelhaxerl.
Wetter: Sonnig bei 27 Grad.
Stadt und Leute: Sauber, viele Hochhäuser, diszipliniertes Volk, höflich und freundlich. Die U-Bahnstationen sind auch auf englisch angeschrieben und auch pro Linie (Farbe) durchnummeriert. Sehr einfach alles zu bedienen.
Diszipliniertes Warten auf die U-Bahn
Unterkunft:Lozhou New Apartement A3; Airbnb, saubere, nette Unterkunft, 1 Minute der U-Bahn entfernt. Preis: € 113,71.